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Projekt F3: Die Abwägung von Kauen zu Darmvolumen

Titel Die Größe der Leibeshöhlen bei fossilen kauenden Herbivoren, nicht-kauenden Herbivoren und Carnivoren: Implikationen für GIT Volumen und Gigantismus.
Leiter PD Dr. Marcus Clauss
Co-Leiter Prof. Dr.-Ing. Olaf Hellwich
Mitarbeiter/in Irina Nurutdinova, MSc
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Die Verdauung von Pflanzen durch Pflanzenfresser ist eine Funktion der Retentionszeit und der Partikelgrösse. Weil kleinere Partikel eine schnellere Verdauung ermöglichen, können Retentionszeit und Futterzerkleinerung einander kompensieren. Tiere, die keinen Mechanismus zur Futterzerkleinerung besitzen (wie nichtkauende Sauropoden, Stegosaurier, Ankylosaurier) sollten deshalb lange Retentionszeiten gehabt haben, ermöglicht durch relativ voluminöse Därme. Obgleich die Körperform in der Literatur als Hinweis auf das Darmvolumen interpretiert wurde, fehlen bislang quantitative Untersuchungen. Anhand digitaler Scans von Skeletten fossiler Pflanzenfresser und lebenden Tieren sowie Rekonstruktionen der Körperform und Berechnung des Körpervolumens sollen die Hypothesen getestet werden, dass a) fleischfressende Dinosaurier, Reptilien und Säuger eine weniger voluminöse Coelom-/Bauchhöhle aufweisen als pflanzenfressende Formen, und dass insbesondere b) nichtkauende pflanzenfressende Dinosaurier und primitivere fossile Reptilien voluminösere Coelom-/Bauchhöhlen aufweisen als kauende Dinosaurier und Säuger. Wir erwarten, dass die Ergebnisse zeigen, dass das Volumen der Coelom-/Abdominalhöhle eine wichtige Stellgrösse der morphophysiologischen Anpassung von Pflanzenfressern ist, wobei dieses Prinzip an Dinosauriern bei denen kauende und nicht-kauende Formen vorkommen hervorragend demonstriert werden kann; diese sollten eine höhere Variabilität dieses Parameters aufweisen als die durchweg kauenden Söugetiere. Insbesondere erwarten wir, dass sich Sauropoden durch eine Überpropotional grosse Körperhöhle auszeichnen (die somit trotz fehlender Futterzerkleinerung hohe Futteraufnahme und damit Stoffwechselrate ermöglichte).

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