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Projekt N2: Histologie der Halsrippen

Titel Histologie und Morphologie der Halsrippen der Sauropoden und ihre Bedeutung für die Rekonstruktion der Halsstellung.
Leiter Prof. Dr. Martin Sander
Co-Leiter Dr. Andreas Christian
Mitarbeiter/in Dr. Nicole Klein
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Der lange Hals der sauropoden Dinosaurier ist vermutlich ihr auffälligstes Merkmal und eine Schlüsselinnovation für ihren Gigantismus, die besonders effizientes Fressen ermöglicht haben könnte. Die Halsstellung wird allerdings kontrovers diskutiert: Während manche Autoren einen horizontalen Hals annehmen, fordern andere eine hohe Kopfhaltung. Die Argumente für und wieder kommen aus der Physiologie, Anatomie, und Biomechanik. Überraschender Weise wurden die auffälligen und manchmal sehr stark verlängerten Halsrippen noch nicht in diese Betrachtungen einbezogen, wobei unterschiedliche Sauropoden-Taxa unterschiedliche Konfigurationen zeigen. Aus theoretischer Sicht wurde eine Stützfunktion der Halsrippen postuliert: Der Test dieser Hypothese ist der zentral Teil des beantragten Projektes, das die Funktion der Halsrippen mittels Untersuchung ihrer Knochenhistologie und Mikroanatomie aufklären will. Dies ist möglich, weil Sehnen, Bänder und Muskelansätze Spuren im Knochen hinterlassen, die sogenannten Sharpey'schen Fasern. Diese sind in Dünnschliffen sichtbar, aber wir wollen sie auch in Mikro-CT-Aufnahmen, einer zerstörungsfreien Methode visualisieren. Eine ventrale oder dorsale Stützfunktion hätte den Hals versteift und seine Beweglichkeit eingeschränkt, während ein an den Halsrippen ansetzendes System von Muskeln und Bändern die Funktion und Beweglichkeit des Halses verbessert und so eine effizientere Futteraufnahme ermöglicht hätte. Diese Untersuchungen sind somit von Bedeutung für die Abschätzung des Fressvolumens von Sauropoden und ihrem Energiebedarf für die Nahrungsaufnahme.

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