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Projekt U6: Knochengeochemie

Titel Wachstum, Ernährungsweise, Thermophysiologie und Beweglichkeit von Sauropoden - Auswirkungen von Isotopengeochemie von Knochen für Paläobiologie und Gigantismus
Leiter Dr. Thomas Tütken
Mitarbeiter/in A. Heuser, Daniel Herwartz
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Knochen und Zähne sind wichtige Archive der Lebensgeschichte des einzelnen Wirbeltieres. Sie enthalten in ihrer Isotopenzusammensetzung Informationen über dessen Ernährung, Physiologie und Migration sowie 6uuml;ber die Klima- und die Umweltbedingungen.

Zeitreihen der jährlichen Klimasaisonalität und Ernährung sollen durch die serielle Beprobung von Wachstumsinkrementen und die Isotopenanalyse des biogenen Apatits an histologisch und geochemisch gut untersuchten Langknochen von Sauropoden generiert werden. Die im Knochen aufgezeichnete jährliche Zyklizität der Sauerstoffisotopie wird als Zeitmarker zur Bestimmung des (Knochen-)Wachstums genutzt. Darauf basierend sollen quantitative Wachstumskurven für alle wichtigen Sauropodentaxa berechnet werden, die grundlegend für das Verständnis der ontogenetischen und phylogenetischen Evolution des Gigantismus der Sauropoden sind. Die Ernährung, welche es den Sauropoden ermöglichte, zu solch enormer Größe heranzuwachsen und diese aufrecht zu erhalten, soll anhand der Kohlenstoffisotopie ihrer Knochen und Zähne sowie rezenter und fossiler möglicher Futterpflanzen untersucht werden. Die Mobilität der Sauropoden während der Nahrungs- und Wasseraufnahme aus verschiedenen Quellen wird mittels Isotopenanalysen ermittelt. Der Einfluss des Eierlegens auf den Calciumstoffwechsel von rezenten und fossilen Archosauriern sowie die mögliche Anwendung als Geschlechtsindikator soll durch die Analyse von Calciumisotopen an Knochen und Eierschalen getestet werden.

Schließlich soll das Lutetium-Hafnium Isotopensystems für die direkte radiometrische Altersdatierung von fossilen Knochen entwickelt werden, um die Evolution des Gigantismus der Sauropoden zu datieren. Die Isotopenzusammensetzung der Sauropodenknochen wird neue Einblicke in ihre Paläobiologie, Paläoökologie sowie den evolutionären Erfolg als größte Landtiere aller Zeiten ermöglichen.

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